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Diskurse

Was ist Meditation?

Osho / 03. März 2021

Was ist Meditation denn schließlich? Damit gehst du in dein Alleinsein. Damit betrittst du den tiefsten Kern deines Seins, den noch kein anderer je betreten hat, nie betreten wird – den nur du, und niemand sonst betreten kannst. Der ist dein Innerstes, deine Subjektivität.

Du fragst: „Manchmal hab ich das komische Gefühl, nirgendwo hinzugehören …“ Gut, das ist kein falsches Gefühl. Das Gefühl zeigt dir einfach nur die Wirklichkeit. Du kannst dir was vormachen, aber die Wirklichkeit setzt sich doch immer wieder durch. Deine Einbildungen können die Wirklichkeit nicht auflösen … sie mögen sie ein paar Augenblicke verdecken und dann kommt die Wirklichkeit wieder zum Vorschein und deine Einbildungen sind zerbrochen.

„Manchmal hab ich das komische Gefühl, nirgendwo hinzugehören …“ Tust du auch nicht! Das GANZE ist deins – du gehörst nirgendwohin … denn irgendwo hinzugehören wäre äußerst beschränkt. Alles gehört dir: der ganze Gott, der ganze Himmel gehört dir. Du gehörst nirgendwohin – andernfalls wäre das eine Begrenzung, etwas Endliches: Das Unendliche gehört dir.

„… nicht einmal mein Orange und meine Mala können mich  trösten …“

Die sollten dich ja auch niemals trösten. Ich spende dir keinerlei Trost. Ich nehme dir jeglichen Trost weg, ich bin dazu da, um alle Tröstungen zu zertrümmern. Ich bin nicht dazu da, dir auf den Rücken zu klopfen und dir ein Wiegenlied zu singen, damit du gut schlafen kannst und schöne Träume hast. Nein, ich muss dich zur Bewusstheit aufrütteln, auf dass du die Wirklichkeit erkennst. Süße Träume bringen nichts. Selbst wenn die Wirklichkeit bitter ist – sie ist die Wirklichkeit – und man muss ihre Wege kennenlernen. Wenn sie bitter ist, besagt dies nur, dass du dich noch gegen sie sträubst – daher kommt sie dir bitter vor. Lern die Wege kennen und die Wirklichkeit wird süß.

Aber du kannst sie nicht durch süße Träume ersetzen. Das ist es, was die Leute seit Menschengedenken getan haben, Leben für Leben versuchen sie sich zu trösten. Es gilt die Wahrheit zu suchen, keine Tröstungen. Das Orange, die Mala, dein Sannyas sind keine Tröstungen – absolut nicht.

„Sind wir wirklich allein?“ Ja … weit mehr, als du meinst. Du bist bisher noch nicht dahinter gekommen; bist noch an der Oberfläche … und bekommst Angst und fängst an, zum andern zu fliehen. Fass dir ein Herz – stürze dich in dein Sein. Machen wir uns mit unserer Mitte bekannt. Lasst uns nur eine einzige Frage stellen, aber aufrichtig: Wer bin ich? Alles andere ist bedeutungslos. Solange diese Frage nicht beantwortet ist, sind all eure Liebesaffären, Freundschaften Unsinn. Solange diese Frage nicht beantwortet ist, wird nichts beantwortet.

Geh in dein Alleinsein mit nur diesem einen Anliegen: Wer bin ich? Und sei nicht auf Tröstungen aus – denn billige Tröstungen gibt es genug und dein Verstand ist schlau genug, sie dir zu liefern. Wenn du „Wer bin ich?” fragst, kann dir dein Verstand sofort eine Antwort liefern – der Verstand ist sehr clever. Er flüstert dir ein: „Du bist Gott. Du bist eine Seele, eine unsterbliche Seele!“

Ja, jeder ist absolut allein – und je früher du das erkennst und je eher du wagst, dich darauf einzulassen, desto besser. Denn alle Tage, die du damit vertust, woanders hinzugehen, sind einfach umsonst. Du kommst nirgendwo an, du betrügst dich nur.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Osho Times GmbH

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