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Diskurse

Du lebst im falschen Film!

von Osho

Frage an Osho:

"Mir kommt das Leben so langweilig vor. Was sollte ich tun?"

Osho:

"Du hast längst genug gemacht. Du hast das Leben langweilig gemacht – das soll dir mal einer nachmachen!
Das Leben ist solch ein ekstatischer Tanz, aber für dich ist es lediglich Langweile. Du hast ein Wunder vollbracht! Was willst du mehr? Was kannst du Größeres leisten?
Das Leben soll langweilig sein? Offenbar besitzt du eine ungeheure Fähigkeit, das Leben zu ignorieren.
Erst neulich habe ich euch erklärt, was Ignoranz bedeutet, nämlich die Fähigkeit zu ignorieren. Offenbar ignorierst du die Vögel, die Bäume, die Blumen, die anderen. An sich ist das Leben so schön, so absurd schön, dass du, wenn du fähig wärst es so zu sehen, wie es ist, gar nicht mehr aufhören würdest zu lachen. Du würdest immer nur vor dich hin kichern – zumindest innerlich.
Nicht das Leben ist langweilig, sondern der Verstand.
Und wir verschanzen uns hinter einem so enormen Verstand – einem Verstand so dick wie die Chinesische Mauer –, dass das Leben nicht mehr in uns einzuströmen vermag.
Er schneidet uns vom Leben ab, isoliert uns, kapselt uns im Finstern ein. Hinter einer Gefängnismauer lebend, kannst du nicht sehen, wie morgens die Sonne aufgeht, wie
die Vögel in die Höhe fliegen, hast du keine Ahnung vom Nachthimmel voller Sterne. Und dann kommt dir das Leben freilich langweilig vor. Das ist dein Trugschluss. Du bist verkorkst worden; du lebst im falschen Film!
Du bist offenbar ein religiöser Mensch; denn nur ein religiöser, nur ein hochgelehrter Mensch kann das Leben langweilig finden … einer, der sich im Christentum, Hinduismus, Islam auskennt, einer, der die Veden und den Koran und die Bibel auswendig kennt. Du bist offenbar bestens informiert. Wer allzu gut informiert ist, allzu gelehrt ist, hat sich hinter einer so dicken Wand aus Wörtern … abstrusen Wörtern, leeren Wörtern verschanzt, dass er das Leben nicht mehr sehen kann.
Wissen versperrt uns das Leben.
Lass dein Wissen beiseite! Und dann sieh dich mit leeren Augen um … und das Leben ist eine endlose Überraschung. Und hier geht es nicht um irgendein göttliches Leben, nein. Das gewöhnliche Leben ist durch und durch außergewöhnlich. In Winzigkeiten wirst du die Präsenz Gottes finden: ein kicherndes Kind, ein bellender Hund, ein tanzender Pfau. Aber wenn deine Augen von Wissen bedeckt sind, kannst du nichts sehen. Der ärmste Mensch auf der Welt ist derjenige, der hinter einem Vorhang von Wissen hockt. Am ärmsten sind die dran, die auf den Verstand hören. Am meisten haben die vom Leben, die hinter den offenen Fenstern des Nichtdenkens leben und sich ohne den Verstand
dem Leben stellen.
Was du hier sagst, ist nicht nur deine Erfahrung; so ist es nicht nur dir ergangen. Vielmehr werden dir die meisten Menschen zustimmen: Nichts kann sie mehr überraschen. Wo doch jeder Augenblick von Überraschungen überquillt, wo doch das Leben nie gleichbleibt, sondern sich ständig verändert und völlig unvorhersehbare Wendungen nimmt. Wie kann dich all dies Unfassbare kalt lassen? 
Kalt bleiben kann nur, wer sich an seine Vergangenheit, an seine Erfahrung, an sein Wissen, an seine Erinnerungen, an seinen Verstand klammert. Dann nämlich ist das, was ist, nicht zu erkennen, verpasst man ständig die Gegenwart. Wer die Gegenwart verpasst, dessen Leben wird langweilig. Sei im Hier und Jetzt, und du wirst dir erstaunt die Augen reiben: Es gibt Überhaupt nichts Langweiliges! Schau dich zunächst öfters mal um wie ein kleines Kind. Werde wieder zum Kind! Nur dazu meditieren wir ja, um wieder zum Kind, ja wiedergeboren zu werden, um wieder unschuldig zu sein, nichts mehr zu wissen.
Das ist es, wovon gestern die Rede war: Der Meister sagte: „Nicht zu wissen ist unser Innigstes (Not knowing ist the most intimate).“
Ja, offenbar hast du dich dem Leben völlig entfremdet, daher die Langeweile. Du hast dein Innerstes vergessen, das dir am allernächsten ist. Die Brücke ist abgebrochen. Dein
Wissen wirkt wie eine Mauer: Unschuld stellt die Brücke wieder her.
Fang an, mit den Augen eines Kindes zu sehen. Geh ans Meer und fang an, Muscheln zu sammeln. Sieh dir an, wie ein Kind Muscheln sammelt – als sei es auf eine Diamantenmine gestoßen. Was für eine unbändige Freude! Schau zu, wie ein Kind Sandburgen baut, wie vertieft es ist, völlig versunken, als gäbe es nichts Wichtigeres, als Sandburgen zu bauen. Schau zu, wie ein Kind einem Schmetterling hinterherrennt
… Kurz: Werde wieder zum Kind. Fang wieder an, Schmetterlingen hinterherzurennen. Bau Sandburgen, sammle Muscheln.
Tue nicht so, als wüsstest du Bescheid. Du weißt gar nichts! Alles, was du weißt, ist nur geborgt, von überall her zusammengetragen. Sobald du jedoch etwas erkennst, verschwindet die Langeweile. Erkenntnis ist ein solches Abenteuer, dass Langeweile ausgeschlossen ist. Die verträgt sich zwar bestens mit Wissen, nicht aber mit Erkenntnis.
Und lass mich dich daran erinnern: Ich spreche hier nicht von irgendeinem göttlichen Wissen, esoterischen Wissen; ich spreche hier lediglich von diesem Leben. Sieh dich
einfach nur um, mit etwas mehr Klarheit, mit etwas mehr Durchblick … und das Leben ist zum Brüllen!

Im Schaufenster einer Boutique steht ein Schild: „Kauft Amerikanische Waren!“ Am Rand steht kleingedruckt: „MADE IN JAPAN.“

Beginne dich ein bisschen sorgfältiger umzuschauen.

Die 79-jährige Maria zeigt ihrem Arzt eine schmerzliche Schwellung am Unterleib. Er untersucht sie gründlich, macht Labortests und teilt ihr die Diagnose mit.
„Tja, gnä’ Frau – Sie sind eindeutig schwanger!“
„Das ist nicht möglich!“, protestiert Maria. „Ich bitte Sie, ich bin ich 79. Und mein Mann ist schon 86 und arbeitet noch.“
Der Arzt bleibt stur, also greift sich die werdende Mutter sein Tischtelefon und ruft ihren Mann im Büro an. Als er sich meldet, brüllt sie los: „Du alter Bock, du hast mich geschwängert!“
„Bitte“, stottert der Greis: „Wie bitte war noch mal Ihr Name?“"


Aus: Ah This!, #2

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