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Diskurse

Die Erinnerung an das verlorene Zuhause

von Osho


FRAGE:
Osho, kannst du sagen, wer du bist?

 

OSHO:
Ich bin eine Einladung an alle, die suchen und forschen und eine tiefe Sehnsucht im Herzen tragen, nach Hause zu finden.

Ich bin eine Antwort auf die Frage, die jeder ist, aber nicht formulieren kann – eine Frage, die eher eine Pilgerreise als eine Frage ist, eher ein Durst als eine verbale, mentale Frage; ein Durst, den man bis in jede Zelle und Faser seines Daseins spürt, aber unmöglich in Worte fassen und zum Ausdruck bringen kann. Ich bin eine Antwort auf die Frage, die du weder stellen, noch erwarten kannst, dass man sie dir beantwortet.

Wenn ich sage „Ich bin die Antwort“, will ich damit nicht sagen, dass ich dir die Antwort auch geben kann … ja, wenn du bereit bist, kannst du sie dir nehmen. Ich bin nur wie ein Brunnen, der darauf warten, dass du deinen Eimer reinwirfst und dir dein Wasser rausholst. Ich habe es zwar, kann dich aber nur erreichen, wenn du dich bemühst. Du kannst nur mich erreichen.Es ist eine seltsame Einladung.

Sie wird dich auf eine lange Pilgerfahrt führen, die erst dann enden wird, wenn du bereits existierst. Du wirst viele Schritte auf vielen Wegen machen müssen, nur um zu dir selbst zu kommen, denn du hast dich weit von dir selbst entfernt. Den Rückweg hast du völlig vergessen. Ich bin eine Mahnung, eine Erinnerung an das verlorene Zuhause.

Als Person existiere ich nicht. Ich scheine nur eine Person zu sein.

Ich existiere nur als eine Anwesenheit.

Am selben Tag, als ich mich selbst erkannte, verschwand die Person. Jetzt existiert nur eine Präsenz, eine sehr lebendige Präsenz, die deinen Durst zu stillen, deine Sehnsucht zu erfüllen vermag.

Somit lässt sich mit einem Wort sagen, dass ich eine Einladung bin – freilich nur für die, die sich selbst so sehr vermissen, dass sie sich nur noch sehnen, zutiefst sehnen, da sonst alles bedeutungslos ist, es sei denn, sie finden sich selbst. Es sei denn, das ist deine oberste Priorität, das Einzige, was zählt, worauf du nicht verzichten kannst, wofür du selbst, wenn nötig, bereit bist alles zu opfern …

Es gibt zahllose Wünsche, aber was dich betrifft, gibt es nur noch das einzige Verlangen heimzukehren, deine Wirklichkeit zu finden. Und wenn die gefunden ist, hast du alles gefunden, was Wert hat – Glückseligkeit, Wahrheit, Ekstase.

Jesus sagte immer: „Wer Augen hat, der sehe. Wer Ohren hat, der höre!“ Natürlich sprach er da nicht zu den Blinden und zu den Tauben, sondern zu Leuten genau wie ihr. Vielleicht sprach er ja tatsächlich zu euch – denn ihr seid nicht neu.

Ihr seid so alt wie die ganze Existenz.

Ihr seid immerzu hier gewesen.

Ich dürfte nicht euer erster Meister sein – ihr mögt euch schon vielen Buddhas genähert haben, nur habt ihr euch zu sehr von Belanglosigkeiten ablenken lassen. Eure Sehnsucht war euch noch nicht bewusst. Ich bin bemüht, aufzurütteln, was in euch schlummert, die Schlafenden zu wecken. Das Feuer ist da, aber es schwelt nur, weil ihr es immer vernachlässigt habt.

Meine Einladung besteht darin, euch zu entflammen und solange ihr kein leuchtendes und entflammtes Leben kennt, ist all euer Wissen nur Selbstbetrug. Ihr häuft es an, um zu vergessen, dass euch das wahre Wissen fehlt. Aber ihr könnt noch so viel über das Diesseits, die gegenständliche Welt wissen – es wird eure Selbsterkenntnis nicht ersetzen. Mit Selbsterkenntnis verschwinden alle Dunkelheit und Existenzferne.

Ich bin eine Einladung, dich mutig ins Meer des Lebens zu werfen. Verlier dich, denn das ist der einzige Weg, dich selbst zu finden.

 

"Lebt, und zwar rückhaltlos, aber jetzt. Denn das Jetzt ist eure einzige Gewissheit." – Osho

 

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